Club 100

„Club der Hundertjährigen“ im Gut Förstel gegründet

 

Drei Frauen, die im Alterswohnsitz in Langenberg leben, können auf 100 Jahre zurückblicken. Von nun an haben sie jeden Monat ein prickelndes Treffen.

 

Von Beate Kindt-Matuschek

 

Langenberg - Ingeborg Wiend- locha ist die „Jüngste“ im neu gegründeten Club der Hundertjährigen. Die gebürtige Neudorferin hat Ende März das Jahrhundert vollendet. „Ab drei Mitgliedern lohnt sich so ein Club“, sagt Michael Eisenberg mit einem Augenzwinkern. Pandemiebedingt sei es aber erst jetzt möglich gewesen, das lange geplante, gesellige Kaffeetrinken auszurichten.

 

Eisenberg ist Geschäftsführer vom Alterswohnsitz Gut Förstel in Langenberg, in dem der Club fortan existiert. „Drei Damen, von denen jede auf 100 Jahre zurückblicken kann, das ist doch großartig“, meint er und überreicht den Frauen die offiziellen Mitgliedsurkunden. Zudem seien noch einige Bewohner mit derzeit 99, 98 und 97 Lebensjahren und respektabler Gesundheit „willensstarke Anwärter“ auf die Clubmitgliedschaft.

 

Bislang gehören Edith Mittelbach, die im September 2022 bereits ihren 101. Geburtstag feiern kann, und Irmgard Sill sowie die eingangs erwähnte Ingeborg Wiendlocha dazu. Sie ist erst vor einem Jahr von einer Einrichtung in Cranzahl nach Langenberg gezogen und fühlt sich hier sehr wohl. Auf die Frage, wie es sich denn anfühlt, 100 Jahre alt zu sein, sagt die resolute Dame: „Ich hab’ mir das nicht vorgenommen. Es war auch nicht mein Wunsch, aber nu isses halt so.“ Als Heimarbeiterin hat sie früher gearbeitet, Mützen gehäkelt, gestrickt und Teppiche geknüpft. Nebenbei, so sagt sie, habe sie drei Kinder groß gezogen, drei Jungs.

 

Irmgard Sill, die viele Jahre in Walthersdorf gelebt hat, ist ein großer Fan der Alpakas, die seit geraumer Zeit zur Einrichtung gehören. Und Edith Mittelbach, die aus Schwarzenberg-Wildenau stammt, greift noch immer gern zur Mundharmonika und spielt ein Lied zur Freude der Bewohner. Dass sie alle drei musikalisch sind, beweisen die Damen spontan und stimmen das Trinklied an: „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit ...“ Das war zugleich ein „Wink mit dem Zaunpfahl“, denn der Chef hatte den Sekt vergessen. Spontan ließ er sich daraufhin das Versprechen abringen, fortan jeden Monat ein Treffen für den Club zu ermöglichen, bei dem tatsächlich ein Gläschen Sekt ausgeschenkt wird. „Das machen wir“, so Eisenberg, der sich da auch auf sein Personal verlassen kann, das ihn garantiert daran erinnern wird.

 

Quelle Text + Bild: Freie Presse vom 06.05.2022

 

 

 

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